Kirchenpartnerschaft Hasede-Lindenthal

60 Jahre Kirchenpartnerschaft Hasede-Lindenthal

 

Großer Empfang in Leipzig/Lindenthal

 

 

Hasede (mb). Rund 50 Gäste aus allen Ortsteilen der St. Paulus Gemeinde machten sich am 6. Juli auf den Weg zu einer besonderen Geburtstagsfeier: der 60jährigen Kirchenpartnerschaft. Sie erlebten dabei einen herzlichen Empfang in Lindenthal/Leipzig. Mit angereist war auch der Giesener Altbürgermeister Ferdinand Rössig.

Pastor Helge Voigt (Lindenthal) und Pastor Martin Söffing (Hasede) sprachen zu Beginn Grußworte, ehe die „Junge Gemeinde“ das Fest mit einem Märchenspiel in der Gustav-Adolf-Kirche eröffnete.

 

„Seit fröhlich in Hoffnung“, Motto des Kirchentages 1954, war auch das Leitwort der Festveranstaltung in und um die Gustav-Adolf-Kirche in Lindenthal. In einem feierlichen Festgottesdienst begleitete der Posaunenchor unter Leitung von Sam Hensel den durch Sonja Lehmann speziell zusammengestellten Gemeinschaftschor aus aktiven Haseder und Lindenthaler Chormitgliedern. Der ehemalige Kirchenvorsteher Werner Würzig zeichnete derweil noch einmal die geschichtliche Entwicklung der Partnerschaft auf und erinnerte an die Lindenthaler Aktivposten mit den Pfarrern Manfred Seumel, Annette Streibert und Michael Boßmann und den langjährigen Posaunenchorleiter Helmut Spaniel. Besonderen Dank richtete er an die Haseder Gemeinde für eine langjährige und großzügige Unterstützung, insbesondere zu DDR-Zeiten.

Pastor Martin Söffing und die Haseder Kirchenvorsteher Axel Förster und Siegfried Schramm erinnerten an weitere Initiatoren der Partnerschaft, insbesondere die Begründer wie Julius Puppa, deren Enkelin Ruth Förster unter den Gästen weilte, oder an den langjährigen Haseder Pastor Reinhard Heinzel a. D. Die mitgebrachte Gedenktafel, als Haseder Geschenk zum 60. Geburtstag der Partnerschaft, zielt auf die DDR-Zeit und die Wende mit dem Bibeltext: „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.“

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Die Partnerschaft geht zurück auf den Evangelischen Kirchentag Leipzig, als 1954 eine Haseder Abordnung bei privaten Gastgebern in Lindenthal untergebracht war. Daraus entwickelte sich eine lange Freundschaft zwischen Gemeindegliedern, die stetig ausgebaut und mit vielen Aktionen immer wieder neu belebt wurde. Regelmäßig besuchten Haseder Kirchenvorsteher und Gemeindeglieder als „Messegäste“ der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen die Partnergemeinde undnahmen dabei auch manche Repressalien der DDR-Organe in Kauf. Nach der Wende nutzten viele Lindenthaler auch die Gelegenheit, die bisher auf Rentner beschränkten Gegenbesuche auszuweiten. Da gab es gemeinsame Familienfreizeiten oder Kirchenvorsteherfreizeiten, Treffen der Jugendgruppen und auch der Musikzug Klein Förste oder die Freiwillige Feuerwehr Hasede schlugen Brücken nach Lindenthal. Nicht zuletzt die Politische Gemeinde Giesen leistete nach der Wende 

„Aufbauhilfe“ für die Kommunalgemeinde. Die Partnerschaft bekam im Gegensatz zu vielen anderen einen neuen, frischen Schwung, der bis heute erhalten ist.

 

Unter großem Beifall wurde die Gedenktafel am Eingang zur Gustav Adolf Kirche angebracht. V.l.: Hartwig Greinert, Helmut Kowalzik, Ferdinand Rössig, Siegfried Schramm, Axel Förster, Ruth Förster, Pastor Helge Vogt, Pastor Martin Söffing und Werner Würzig.

Mitglieder des Haseder und Lindenthaler Kirchenchores überraschten zusammen mit dem Posaunenchor mit ihren Vorträgen in der Gustav Adolf-Kirche in Lindenthal.

ev.-luth. Kirchgemeinde Leipzig-Lindenthal in Sachsen

 

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Horst Berger